Odin

Herrscher der AsenAsgard

Nordische Mythologie · Allvater · Krieg, Weisheit & Runenmagie

Der Allvater — Ursprünge & Herrschaft

Odin ist der Sohn von Borr — selbst Sohn des Riesen Búri, dem ersten aus dem Ureis befreiten Wesen — und der Riesin Bestla. Zusammen mit seinen Brüdern Vili und Vé erschlug er den Urriesen Ymir, dessen Körper die Welt bildete: Sein Fleisch wurde die Erde, seine Knochen die Berge, sein Blut die Meere und Seen, sein Schädel das Himmelsgewölbe. So wurde Odin zum Mitschöpfer der Welt, bevor er überhaupt über die Götter herrschte.

Von seinem Thron Hlidskjalf an der Spitze Asgards sieht Odin alles, was in den Neun Welten geschieht. Zwei Raben — Hugin (der Gedanke) und Munin (die Erinnerung) — durchqueren täglich den Kosmos und flüstern ihm Neuigkeiten ins Ohr. Zwei Wölfe — Geri und Freki — begleiten ihn bei Festgelagen. Seine Weisheit ist unendlich, aber teuer erkauft: Odin ist eine Figur des dauerhaften Opfers, der stets etwas von sich selbst gibt, um seine Macht und sein Wissen zu vermehren.

Das Opfer & die Runen

Odins erstes großes Opfer war der Verlust seines Auges. Um aus der Quelle des Mimir zu trinken — einem Weisheitsbrunnen an den Wurzeln des kosmischen Baumes Yggdrasil — bot er sein rechtes Auge als Bezahlung an. Seitdem, mit einer leeren Augenhöhle oder einer Augenklappe dargestellt, sieht Odin weniger mit seinen Augen als mit seinem Geist. Sein verlorenes Auge ruht auf dem Grund des Brunnens, Symbol für den Preis wahren Wissens.

Das zweite Opfer war noch radikaler. Um das Wissen der Runen zu erlangen — dem heiligen Alphabet mit magischen Kräften — hing Odin sich selbst neun Tage und neun Nächte an den Yggdrasil, von einem Speer durchbohrt, ohne zu essen oder zu trinken, von den anderen Göttern ignoriert. Am Ende dieser Einweihungsprüfung offenbarten sich ihm die Runen aus der Tiefe. Dieser außergewöhnliche Mythos — ein Gott, der sich selbst opfert, am Weltenbaum — ist eine der kraftvollsten Erzählungen der gesamten nordischen Mythologie und greift Themen vorweg, die Jahrhunderte menschlicher Spiritualität durchziehen werden.

Walhall & Ragnarök

Odin empfängt in seinem Palast Walhall die Hälfte der im Kampf gefallenen Krieger — die andere Hälfte geht zur Göttin Freyja in ihr Gefilde Fólkvangr. Die Einherjar — diese Elitekrieger — schmausen jeden Abend in der großen Halle mit fünfhundert vierzig Toren, trinken Met aus den Eutern der Ziege Heidrun und essen den Eber Sæhrímnir, der jede Nacht wiederauflebt. Tagsüber trainieren sie für den Kampf. All dies mit einem einzigen Ziel: Odins Armee für den Ragnarök zu bilden.

Der Ragnarök ist das Ende der Welt in der nordischen Mythologie: eine kosmische Katastrophe, bei der die Götter den Kräften des Chaos gegenüberstehen werden, angeführt von dem aus seinen Fesseln befreiten Loki. Odin selbst wird vom Wolf Fenrir gefressen sterben. Diese Vision eines Gottes, der sein eigenes Ende kennt, sich dennoch darauf vorbereitet und seine besten Krieger dahin schickt, verleiht Odin eine einzigartig tragische Dimension unter den großen göttlichen Figuren: Er ist der einzige Gott, der unausweichlich seinem Untergang entgegenläuft, mit weit geöffneten Augen.

In Saint Seiya

Asgard-Saga

In der Asgard-Saga von Saint Seiya ist Odin der Schirmgott des nordischen Königreichs, derjenige, aus dem die sieben Gottkrieger Asgards ihre Kraft schöpfen. Seine Gegenwart ist die einer wohlwollenden, aber fernen Macht, deren Autorität von der manipulativen Hilda — Odins Oberpriesterin, korrumpiert von dunklen Kräften — missbraucht wird. Die Saga beruht auf einem grundlegenden Missverständnis: Athenes Ritter und die Gottkrieger sind zwei Kräfte, die dem Guten dienen, durch göttliche Manipulation gegeneinander aufgestellt.

Diese Erzählstruktur greift auf die nordische Mythologie zurück, in der Odin seine Champions zum Kämpfen schickt — die Walküren wählen die würdigen Krieger aus — ohne ihnen notwendigerweise den vollen Sinn ihrer Mission zu enthüllen. Die Verbindung zwischen Odin und den Odinrobes — nordische heilige Rüstungen, Äquivalente der Zodiakrüstungen — greift die Idee göttlicher Ausrüstungen auf, die eigens für die Elitekrieger geschmiedet wurden. Odin in Saint Seiya ist weniger ein Antagonist als eine missverstandene kosmische Macht, was den Asgard-Arc zu einer der nuanciertesten Sagas der Serie macht.

Eigenschaften

BereichKrieg, Weisheit, Magie
SymboleSpeer Gungnir, Valknut
ElternBorr & Bestla
HauptgemahlinFrigg
ReittierSleipnir (8 Beine)
WohnsitzAsgard / Walhall
Odin — Herrscher der Asen
Odin — nordische Darstellung
Odin — Saint Seiya
Odin — Saint Seiya
Asgard — Saint Seiya
Das Reich Asgard

Treue Gefährten

Hugin & Munin — Raben
Geri & Freki — Wölfe
Sleipnir — 8-beiniges Pferd
Gungnir — heiliger Speer