Greif

Mythisches WesenGriechische Mythologie

Universelle Mythologie · Halb Löwe halb Adler · Hüter göttlicher Schätze

Beschreibung & Ursprünge

Der Greif ist eines der imposantesten und verehrtesten Wesen der antiken Mythologien. Sein Körper ist der eines Löwen — König der Landtiere — und sein Kopf, Flügel und Vorderklauen sind die eines Adlers — König der Lüfte. Diese Verschmelzung konzentriert in einem einzigen Wesen die zwei höchsten Kräfte der Natur und macht es zum Symbol absoluter Königlichkeit, Stärke und Wachsamkeit.

Darstellungen von Greifen finden sich in den ältesten Zivilisationen: Ägypten, Mesopotamien, Persien und Griechenland. In Mesopotamien bewachten sie den Lebensbaum und die Tore königlicher Städte. In Persien schützten sie die Schätze der Könige. In der europäischen mittelalterlichen Tradition wurden sie zu wilderen Wesen, Symbolen brutaler Macht und Adels.

In der Griechischen Mythologie

In Griechenland ist der Greif eng mit dem Gott Apollon verbunden, dessen Reittier und treuer Begleiter er ist. Aischylos beschreibt sie als „die Hunde des Zeus, die niemals bellen" — stille und furchtbare Wächter. Greife bewachen das Gold der Hyperboreer, jenes geheimnisvolle Volk an den Grenzen der Welt, und den heiligen Krater mit Dionysos' Wein.

Die Legende der Arimaspen — ein einäugiges Volk aus Skythien — erzählt von ihren endlosen Kämpfen gegen die Greife, um das Gold zu stehlen, das sie bewachten. Diese Wesen waren immun gegen Gift: Ihre Klauen wechselten die Farbe in Anwesenheit giftiger Substanzen und warnten ihren Herrn vor Gefahr. Ihre Eier, nach einigen Berichten mit Diamanten besetzt, waren die begehrtesten Gegenstände der Welt.

Berichte & Legenden

Eine der berühmtesten Legenden zeigt einen Greif, der das Goldene Vlies bewacht — die Suche Jasons und der Argonauten. Auf dem Weg nach Kolchis mussten die Helden diesem furchtbaren Wächter gegenübertreten. Ein anderer Bericht erzählt, dass ein Greif Alexander den Großen ergriff und in den Himmel hob, ihm eine Vision der gesamten Welt bot, bevor er ihn wohlbehalten absetzte.

In der späten griechischen Mythologie wurde der Greif auch mit der Sonne und dem göttlichen Licht assoziiert — sein durchdringender Blick, vergleichbar dem des Adlers, der in die Sonne starren kann, machte ihn zu einem Sonnenwesen, das sehen konnte, was Sterbliche nicht wahrnehmen können.

In Saint Seiya

Minos — Greif-Spektrum

In der Hades-Saga trägt das Spektrum mit dem Greif-Surpliz Minos — einer der drei großen Richter der Unterwelt. Diese Wahl ist bedeutungsreich: In der griechischen Mythologie ist der Greif ein Hüter göttlicher Schätze und ein unerbittlicher Vollstrecker des Willens der Götter. Minos, als oberster Richter der Seelen, spielt genau diese Rolle im Reich des Hades.

Die Überlagerung der beiden Figuren — Minos der Richter und der Greif der Hüter — schafft eine Figur von furchtbarer symbolischer Kraft. Minos des Greifs ist eines der mächtigsten und gefürchtetsten Spektren, sein Surpliz verleiht ihm die Kraft des Königs der Wesen und den durchdringenden Blick des Adlers, um Seelen zu verfolgen.

Attribute

KörperLöwe + Adler
SymbolKöniglichkeit, Wachsamkeit
RolleHüter der Schätze
Zugeordneter GottApollon, Zeus
UrsprungUniversal (Griechenland, Persien, Ägypten)
Greif — Mythologie
Greif — Mythologie
Apollons Greif
Apollons Greif
Minos des Greifs — Saint Seiya
Minos des Greifs — Saint Seiya