Aiakos
Richter der UnterweltGriechische MythologieGriechische Mythologie · König von Ägina · Sohn des Zeus · Großvater von Achilleus
Ursprünge & Herrschaft
Aiakos ist der Sohn von Zeus und der Nymphe Ägina, Tochter des Flussgottes Asopos. Zeus, fasziniert von der jungen Nymphe, entführte sie und brachte sie auf die Insel, die ihren Namen trägt. Dort wurde Aiakos geboren und herrschte. Seine Gerechtigkeit und Frömmigkeit waren so vorbildlich, dass die Griechen ihn zur Schlichtung ihrer Streitigkeiten herbeiriefen — sei es zwischen einfachen Sterblichen oder in göttlichen Angelegenheiten.
Aiakos war auch der Großvater des Helden Achilleus: Durch seinen Sohn Peleus ist er der Stammvater der Aiakiden-Linie, einer der ruhmreichsten in der griechischen Mythologie. Sein anderer Sohn Telamon war einer der Gefährten des Herakles und der Vater des großen Aias.
Die Pest & die Myrmidonen
Die Herrschaft des Aiakos war von einer schrecklichen Prüfung geprägt. Hera, eifersüchtig, dass ihre Insel den Namen einer Rivalin des Zeus trug, sandte eine verheerende Pest über Ägina. Tausende von Myrmidonen — das Volk des Aiakos — starben innerhalb weniger Tage. Die Felder bedeckten sich mit Leichen, die Wasserläufe wurden unrein, Hungersnot brach aus.
In seiner Verzweiflung wandte sich Aiakos an Zeus und flehte seinen Vater um Hilfe an. Während er unter einer heiligen Eiche — dem Baum des Zeus — betete, sah er eine Kolonne von Ameisen den Stamm erklimmen. Er wünschte sich, dass sein Volk so zahlreich sei wie diese Ameisen. In jener Nacht erschien Zeus ihm im Traum, und am nächsten Tag verwandelten sich die Ameisen in Menschen. Myrmidon bedeutet übrigens «Ameise» auf Griechisch — jene disziplinierten und unermüdlichen Krieger, die später Achilleus bei Troja befehligen würde.
Richter am Tribunal der Unterwelt
Nach seinem Tod wurde Aiakos dazu auserwählt, am Tribunal der Unterwelt neben Minos und Rhadamanthos Platz zu nehmen. Die drei Richter hatten jeweils einen geographischen Zuständigkeitsbereich: Rhadamanthos richtete die Seelen Asiens, Minos hatte bei Uneinigkeit die entscheidende Stimme, und Aiakos war für die Seelen Europas zuständig.
Der Prozess war unerbittlich: Die Seele erschien nackt vor den Richtern, aller Zeichen von Reichtum oder Macht entledigt, und die Richter prüften die Taten eines ganzen Lebens mit absoluter Strenge. Tugendhafte Seelen wurden auf die Elysischen Gefilde oder die Insel der Seligen geschickt; die Schuldigen wurden in den Tartaros verbannt, um ihre ewige Strafe zu verbüßen.
In Saint Seiya
Hades-SagaIn der Hades-Saga ist Aiakos einer der drei großen Richter der Unterwelt, dargestellt als Spektren im Dienste des Hades. Getreu der Mythologie verkörpert er die unerbittliche Gerechtigkeit des Totenreichs — derjenige, der die Seelen der Verstorbenen abwägt und ihr endgültiges Urteil spricht.
Die Wahl dieser drei mythologischen Figuren als Säulen der Saga spiegelt Kurumadas Ehrgeiz wider: Saint Seiya in der rigorosesten griechischen Kosmologie zu verankern. Minos, Rhadamanthos und Aiakos sind keine bloß entliehenen Namen — ihre Aufgaben in der Serie entsprechen weitgehend ihrer ursprünglichen Funktion und würdigen die komplexe Architektur der griechischen Unterwelt.
Attribute


Die Drei Richter der Unterwelt