Dante & die Göttliche Komödie

Literatur & MythologieGriechische Mythologie

Dante Alighieri · 14. Jahrhundert · Reise ins Jenseits

Dantes Reise

Dante Alighieri (1265-1321) war der florentinische Dichter, der die Göttliche Komödie schrieb — eines der einflussreichsten literarischen Werke aller Zeiten. Darin schildert er eine allegorische Reise durch das Jenseits, zunächst geführt vom lateinischen Dichter Vergil — Symbol der menschlichen Vernunft — dann von Beatrice, seiner idealisierten Liebe, Symbol der göttlichen Gnade.

Die Reise beginnt in einem finsteren Wald, Symbol der moralischen Verirrung. Dante steigt unter Jerusalem hinab, wo sich die Hölle öffnet — neun konzentrische Kreise, in die Erde gegraben, immer tiefer, in denen verdammte Seelen je nach Schwere ihrer Sünden untergebracht sind.

Die Neun Kreise der Hölle

Charon, Fährmann der Seelen, bringt Dante und Vergil über den Styx. Jeder Kreis wird von einer Kreatur oder Gestalt aus der griechischen Mythologie bewacht:

IDie Vorhölle (Limbus) — ungetaufte Seelen, darunter die großen Weisen
IIDie Wollust — bewacht von Minos
IIIDie Völlerei — bewacht von Kerberos
IVDer Geiz — bewacht von Plutus
VDer Zorn — bewacht von Phlegyas und den Furien
VIDie Häresie — brennende Gräber
VIIDie Gewalt — bewacht von Minotauren, Zentauren, Harpyien
VIIIDer Betrug — die Bolge, zehn Gräben der Betrüger
IXDer Verrat — gefrorener See des Kozytus, wo Luzifer versunken ist

Um die Hölle zu verlassen und das Fegefeuer zu erreichen, muss Vergil sich an den Haaren des im Eis erstarrten Luzifer festhalten, Dante klammert sich an ihn, und beide durchqueren das Erdinnere, bevor sie auf der Südhalbkugel auftauchen.

Das Fegefeuer & die Himmelsrose

Das Fegefeuer ist ein Berg an den Antipoden Jerusalems, in sieben Terrassen eingeteilt, die den sieben Todsünden entsprechen. Die dortigen Seelen büßen ihre Vergehen und erheben sich allmählich zum Paradies. An den letzten Simsen kann Vergil — ein Vernunftwesen ohne Glauben — Dante nicht mehr begleiten. Nun ist es Beatrice, die ihn führt.

An der Spitze des Paradieses erblickt Dante die Himmelsrose — eine gewaltige Blume aus Licht, in der die seligen Seelen in Kreisen nach ihrem Verdienst angeordnet sind und die Gegenwart Gottes betrachten. Dort endet die Reise: Dante, geläutert, erhascht einen Blick auf die göttliche Vision, die Worte nicht mehr ausdrücken können.

In Saint Seiya

Silberritter

Der Silberritter Dante trägt seinen Namen direkt nach dem florentinischen Dichter. Seine Rüstung ist die des Kerberos — des Wächters des dritten Kreises der Danteschen Hölle. Diese namensbezogene Wahl ist typisch für Kurumada: eine mittelalterliche Literaturanspielung auf einen griechischen Mythos zu schichten, um die Symbolik der Figur zu bereichern.

Dantes Göttliche Komödie selbst stützt sich massiv auf die griechische Mythologie: Minos richtet die Verdammten, Kerberos bewacht den dritten Kreis, die Harpyien bevölkern den siebten, die Zentauren überwachen die Gewalttätigen. Dante Alighieri verwendete genau dieselben Kreaturen wie Kurumada in Saint Seiya — beide Werke schöpfen aus derselben mythologischen Quelle.

Attribute

AutorDante Alighieri
Epoche14. Jahrhundert
FührerVergil, Beatrice
Kreise9 Höllenkreise
InspirationGriechische Mythologie
Dante Alighieri
Dante Alighieri
Dantes Barke — Delacroix
Dantes Barke
Ritter Dante — Saint Seiya
Ritter Dante — Saint Seiya

Mythische Kreaturen

Minos — Richter im II. Kreis
Kerberos — Wächter im III. Kreis
Zentauren — überwachen den VII. Kreis
Harpyien — Wald der Selbstmörder
Sphinx / Geryon — VII. Kreis